Wie einfach wäre es zu sagen wie, wer hier was wann hätte kommunizieren müssen. Doch mehr und mehr wird mir persönlich bewusst, wie eng verzahnt die Regeln korrekter Kommunikation mit ganz anderen Fragen sind. Von der Frage von Ethik und Moral nämlich. Wenn wir davon ausgehen, dass Magistratspersonen Vorbildcharakter haben müssen dürfen wir das Handeln der Familie Hildebrand nicht tolerieren. Wenn wir aber sagen, auch Magistraten dürfen Menschen sein und Vorteile nutzen, solange sie niemanden schädigen, dann war das Verhalten zulässig und die Kommunikationsstrategie war richtig. Genau gleich sieht es auch aus für den IT-Spezialisten bei der Bank Sarasin. Gelten höchste Ansprüche, musste er so handeln. Gilt das Zweite jedoch, dann ist er ein Dieb und gehört verurteilt. Das Problem für Kommunikationsberater liegt darin, dass die Begriffe von Moral und Ethik leider im Zeitablauf Wandlungen unterworfen sind und wir selber Teil des Spiels sind. Oft setzt sich aktuell das durch, was lauter zu Wort kommt. Und hinter diesem Lärm stecken nicht selten wiederum Machtinteressen, die sich einen Dreck um Moral kümmern. Dieses Gewirr zu sichten und dann die richtigen Ratschläge zu geben, ist nicht immer ganz einfach. Hinterher sieht oft alles halb so wild aus. Zu erinnern ist etwa an die Berner Finanzaffaire, den Aktenentsorger bei einer Grossbank oder an die Affaire Kopp, wo das Auffinden von ehegattlichen Bleistiftspuren auf Bundesratsanträgen als an Hochverrat grenzende Machenschaft gegeisselt wurde. Sonderbar ist jeweils nur, dass das Elektronenmikroskop ethisch-moralischer Massstäbe biblischem Gehabe entspricht nach dem Motto "Der Geist weht wo er will" und gleiche Vorfälle nicht mit gleichen Ellen misst. Sonst müsste jene Person, die der Aussenministerin berichtete bezüglich eigenen Verhaltens in der Vergangenheit beim Erwerb jener Firma, die seinen Success ausmachte, ebenfalls ein bisschen deutlicher unter die Lupe genommen werden. Das ist das tragische daran. So bleibt für den Kommunkator nicht nur die Frage: Was ist richtig und was ist falsch und demzufolge: Welche Kommunikationsstrategie ist zu wählen sondern auch die Frage: Um wen handelt es sich und wo steckt die Macht.
Mittwoch, 4. Januar 2012
Über Blocher, Hildebrand und die Kommunikation
Wie einfach wäre es zu sagen wie, wer hier was wann hätte kommunizieren müssen. Doch mehr und mehr wird mir persönlich bewusst, wie eng verzahnt die Regeln korrekter Kommunikation mit ganz anderen Fragen sind. Von der Frage von Ethik und Moral nämlich. Wenn wir davon ausgehen, dass Magistratspersonen Vorbildcharakter haben müssen dürfen wir das Handeln der Familie Hildebrand nicht tolerieren. Wenn wir aber sagen, auch Magistraten dürfen Menschen sein und Vorteile nutzen, solange sie niemanden schädigen, dann war das Verhalten zulässig und die Kommunikationsstrategie war richtig. Genau gleich sieht es auch aus für den IT-Spezialisten bei der Bank Sarasin. Gelten höchste Ansprüche, musste er so handeln. Gilt das Zweite jedoch, dann ist er ein Dieb und gehört verurteilt. Das Problem für Kommunikationsberater liegt darin, dass die Begriffe von Moral und Ethik leider im Zeitablauf Wandlungen unterworfen sind und wir selber Teil des Spiels sind. Oft setzt sich aktuell das durch, was lauter zu Wort kommt. Und hinter diesem Lärm stecken nicht selten wiederum Machtinteressen, die sich einen Dreck um Moral kümmern. Dieses Gewirr zu sichten und dann die richtigen Ratschläge zu geben, ist nicht immer ganz einfach. Hinterher sieht oft alles halb so wild aus. Zu erinnern ist etwa an die Berner Finanzaffaire, den Aktenentsorger bei einer Grossbank oder an die Affaire Kopp, wo das Auffinden von ehegattlichen Bleistiftspuren auf Bundesratsanträgen als an Hochverrat grenzende Machenschaft gegeisselt wurde. Sonderbar ist jeweils nur, dass das Elektronenmikroskop ethisch-moralischer Massstäbe biblischem Gehabe entspricht nach dem Motto "Der Geist weht wo er will" und gleiche Vorfälle nicht mit gleichen Ellen misst. Sonst müsste jene Person, die der Aussenministerin berichtete bezüglich eigenen Verhaltens in der Vergangenheit beim Erwerb jener Firma, die seinen Success ausmachte, ebenfalls ein bisschen deutlicher unter die Lupe genommen werden. Das ist das tragische daran. So bleibt für den Kommunkator nicht nur die Frage: Was ist richtig und was ist falsch und demzufolge: Welche Kommunikationsstrategie ist zu wählen sondern auch die Frage: Um wen handelt es sich und wo steckt die Macht.
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